Die Tempelbergmodelle des königlich-württembergischen Baurates Conrad Schick
Eine Ausstellung zu Leben und Werk des Architekten und Archäologen Dr. Conrad Schick (1822-1901) im Museum im Paulus-Haus in Jerusalem
Der Tempelberg in Jerusalem ist weltweit einer der faszinierendsten historischen Orte. Er war und ist ein wichtiger religiöser Bezugspunkt der drei großen monotheistischen Weltreligionen und Kristallisationspunkt der gegenwärtigen Auseinandersetzungen zwischen Juden und Muslimen im Heiligen Land.
Die einmalige Geschichte dieses Ortes und seiner Bauten hat immer wieder Menschen in ihren Bann gezogen und zu einer intensiven Auseinandersetzung angeregt. Unter ihnen auch der württembergische Missionar, Archäologe, Stadtplaner und Architekt Conrad Schick (1822 - 1901), der über fünfzig Jahre seines Lebens in Jerusalem verbrachte.
Schicks langjährige Beschäftigung mit der Geschichte und Topografie des Tempelberges schlug sich in der Anfertigung mehrerer einzigartiger Modelle der Anlage nieder. Besonders wertvoll sind jene Modelle, die durch Entfernen und Hinzufügen einzelner Modellteile die Veränderungen vom Salomonischen Tempel bis zum Zustand um 1880, den Schick aus eigener Anschauung kannte, darstellen können.
Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande ist seit 1952 im Besitz der beiden einzigen noch existierenden Exemplare dieser Modelle. Sie befinden sich im vereinseigenen Paulus-Haus in Jerusalem. Bereits zu Lebzeiten von Conrad Schick, waren die Modelle eine Touristenattraktion. Sie überlebten die Wirren des Bürgerkrieges und die israelische Staatsgründung, waren jedoch seit den 1930er Jahren nicht mehr öffentlich zugänglich. Die provisorische Präsentation in den Räumen des Paulus-Hauses seit Mitte der 1990er Jahre wurde in den letzten Jahren immer wieder durch Ausstellungsaufenthalte in Europa unterbrochen. Die kürzlich mit Mitteln des Auswärtigen Amtes restaurierten Modelle sollen ab Herbst 2012 im Paulus-Haus dauerhaft präsentiert werden.
Ein Projekt des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL), Köln.
Recherche, Konzeption und Umsetzung:
Michael Schäbitz zusammen mit Stephan Mock


